Die 8. Klassen packen im Wald an

Wie wichtig der Wald für Mensch und Natur ist und wie viel Arbeit hinter seinem Erhalt steckt, konnten drei achte Klassen des Mörike-Gymnasiums zum Ende des Schuljahres in der Exkursions- und Projektwoche hautnah erleben.

An drei aufeinanderfolgenden Tagen unterstützten die Schülerinnen und Schüler den Förster Sven Konzmann, der den Stadtwald Göppingen betreut, bei verschiedenen Naturschutzmaßnahmen – mit großem Engagement und sichtbarem Erfolg. 

Treffpunkt war jeweils der Stadtwald Göppingen im Bereich Öde/Jebenhausen, wo die Klassen bereits vom Förster erwartet wurden. Nach einer kurzen Kennenlernrunde tauschten sich die Teilnehmenden zunächst über die vielfältigen Aufgaben des Waldes aus. Gemeinsam wurde erarbeitet, welche Bedeutung der Wald als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Rohstoffquelle und Erholungsort für den Menschen sowie für den Klima- und Naturschutz hat. Spielerische Übungen und anregende Gespräche sorgten dafür, dass die Jugendlichen die unterschiedlichen Funktionen des Waldes auf abwechslungsreiche Weise kennenlernen konnten. 

Anschließend richtete sich der Blick auf die aktuellen Herausforderungen, denen unsere Wälder gegenüberstehen. 

Ein Problem ist der achtlos weggeworfene Müll. Er beeinträchtigt nicht nur das Landschaftsbild, sondern kann Tiere verletzen, den Boden und das Grundwasser belasten und benötigt – je nach Material – viele Jahrzehnte, teilweise Jahrhunderte, bis er vollständig verrottet ist. Darüber hinaus bindet die Beseitigung des Mülls wertvolle Zeit und Ressourcen. 

Aus diesem Grund stand am ersten Projekttag zunächst eine Müllsammelaktion auf dem Programm. Gemeinsam befreiten die Schülerinnen und Schüler den Stadtwald von unsachgemäß entsorgten Abfällen und konnten dabei selbst erleben, wie schnell sich Müll in einem Wald ansammelt und wie aufwendig seine Beseitigung ist. Das sichtbare Ergebnis machte deutlich, dass jeder Einzelne durch einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur einen wichtigen Beitrag leisten kann. 

Neben dem Müll stellen auch invasive Pflanzenarten eine zunehmende Herausforderung für den Wald, gerade in Siedlungsnähe, dar. Der Förster erklärte anschaulich, welche Folgen Arten wie Kirschlorbeer oder Riesenbeerenklau für heimische Pflanzen und die Artenvielfalt im Wald haben. Da sich diese Pflanzen stark ausbreiten und einheimische Arten verdrängen können, ist ihre Entfernung ein wichtiger Beitrag zum Erhalt eines gesunden und artenreichen Waldes. 

Nach dem theoretischen Teil folgte der praktische Einsatz. Ausgestattet mit Handschuhen und Heckenscheren machte sich die Gruppe an die Arbeit. Über mehrere Stunden entfernten sie gemeinsam einen großen Bestand an Kirschlorbeer. Trotz der körperlich anstrengenden Arbeit war die Motivation bis zum Schluss groß. Das sichtbare Ergebnis sorgte bei allen Beteiligten für Stolz und zeigte, wie viel durch Teamarbeit erreicht werden kann. 

Die Waldtage boten den Schülerinnen und Schülern weit mehr als nur Unterricht im Freien. Sie enthielten spannende Einblicke in die Arbeit eines Försters, ökologische Zusammenhänge wurden lebhaft verdeutlicht und alle Beteiligten konnten so aktiv etwas zum Schutz des Stadtwaldes beitragen. Die Rückmeldungen der Jugendlichen fielen durchweg positiv aus. Die Tage im Wald waren zwar anstrengend, aber zugleich abwechslungsreich und eine wertvolle Erfahrung. 

Ein besonderer Dank gilt dem hauptverantwortlichen Förster, Sven Konzmann und seinem Team des Stadtwaldes Göppingen sowie Berit Haag vom Forstamt Göppingen, die den Schülerinnen und Schülern mit viel Fachwissen und Begeisterung die Bedeutung eines gesunden Waldes näherbrachten. Aktionen wie diese zeigen, wie wichtig praktische Umweltbildung ist – und dass Naturschutz am besten dort verstanden wird, wo er stattfindet: mitten im Wald. 


Text: Nadine Eder
Bilder: Schule
Veröffentlicht: 05.08.2026