Große Podiumsdiskussion zur Landtagswahl
In Kooperation mit der VHS Göppingen, dem Zentrum Demokratie Leben und weiteren Organisationen hat das Mörike-Gymnasium eine große Podiumsdiskussion zur Landtagswahl organisiert, welche am 24. Februar in der Göppinger Stadthalle stattfand.
Sechs Köpfe, viele Fragen: Ein paar hundert Schüler wollten am Dienstagnachmittag (24. Februar) von den Landtagskandidaten für den Wahlkreis Göppingen so einiges wissen. Geladen hatte ein von der VHS Göppingen und Schurwald angeführtes breites Bündnis aus Schulen, Stiftungen und Vereinen. Die Schüler hatten im Vorfeld Fragen formuliert, die die beiden Moderatorinnen Dana Hoffmann und Caroline Kleine-Besten auf der Bühne den Kandidaten stellten. Also los, „nicht lange rumquatschen“, sagt Moderatorin Dana Hoffmann, stellt die Kandidaten kurz vor, sagt, dass die als Direktkandidaten mit der Erststimme wählbar sind und steigt mit dem Thema Nummer eins, Wirtschaft, ein.
Branchen mit Chancen
Die Lage sei ernst, besonders in der kriselnden Autobranche und bei den Zulieferern im Filstal. „Was läuft trotz der Weltuntergangsstimmung in der Wirtschaft im Landkreis gut?“, wird Alexandra Bürger (Linke) gefragt. Der grüne Wandel laufe ganz gut, da gebe es viel Motivation, sagt Bürger. „Und wie können Göppingen und Baden-Württemberg attraktiv bleiben?“, geht die nächste Frage an die Vertreterinnen der derzeitigen Regierungskoalition in Stuttgart, Mariska Ott (Grüne) und Sarah Schweizer (CDU). Es gebe immer noch überraschend viele „Hidden Champions“ in der Region, sagt sie und wird gebeten, gleich mal „Hidden Champions“ zu erklären. Macht sie auch, und sagt noch, dass das Land viel in Forschung und Entwicklung investiere. Sarah Schweizer (CDU) hat das „Verbrenner-Verbot“ im Blick, das habe „großen Anteil an der Misere“. Man solle es lockern und „nach hinten“ verlegen. Aber es gebe auch Branchen mit Chancen, „Medizintechnik und Raumfahrt“. Eine Lockerung des Verbrenner-Verbots hält Sabrina Hartmann (SPD) für den falschen Weg. Die Regelung sei gut, die Zukunft liege in „Green-Tech“, jetzt müssten alle an einen Tisch und „die Transformation hinkriegen“. Sandro Scheer (AfD) ist da anderer Ansicht. „Das Verbrenner-Verbot ist falsch“, sagt er. „Arbeitsplätze fallen weg“, das sei mit „Grün-Tech“ nicht auffangbar. „Das Verbrenner-Aus muss bleiben“, wirft Ott (Grüne) ein. „Wir brauchen den Verbrenner“, sagt dagegen Peter Körber (FDP) und bekommt dafür Szenenapplaus aus dem Saal. Die FDP sei „technologieoffen“.
In manchen Punkten einer Meinung
Dann kommt Thema Nummer zwei, der Verkehr. Auch da liegt im Filstal hier und da etwas im Argen. Mariska Ott (Grüne) spricht sich für ein „Nebeneinander von allen Mobilitätsformen“ aus. Sarah Schweizer (CDU) will die Züge wieder pünktlicher machen und dass weniger ausfallen. Da geht Sabrina Hartmann (SPD) mit, sie plädiert für eine „verlässliche Filstalbahn“, da sei auch das Land in der Verantwortung, weil es den Regionalverkehr bestelle. Mehr „vernetzte Mobilität“ fordert sie auch. Sandro Scheer (AfD) hätte nichts dagegen, wenn der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) günstiger würde, und mahnt mehr Sicherheit in Zügen an, will dafür die Bundespolizeipräsenz an Bahnhöfen erhöhen. Günstigen Verkehr findet auch Alexandra Bürger (Linke) gut, sie ist für den „kostenlosen ÖPNV“. Peter Körber (FDP) mahnt den Ausbau der B10 bis Geislingen an, „wir kommen nicht ganz vom Auto weg“, sagt er.
Zum Schluss kommt noch eine kurze Fragerunde: „Welches Thema würdest Du nach der Wahl zuerst angehen?“, wird Sabrina Hartmann (SPD) gefragt. „Kita-Gebühren abschaffen“, sagt sie. „Mein Thema ist die Wirtschaft“, sagt Peter Körber (FDP). Alexandra Bürger (Linke) würde den Betreuungsschlüssel in Kitas ändern. Mariska Ott (Grüne) beim Klimaschutz weitergehen, Wirtschaft und Klima stünden nicht im Widerspruch. Sarah Schweizer (CDU) will mehr „Freiheit für die Unternehmen im Land“, „runter mit den Vorschriften“, sagt sie auch. Sandro Scheer (AfD) würde um jeden Arbeitsplatz kämpfen. Und die Schulen besser ausstatten würde er auch.
Wählen jetzt ab 16, Fragerunde im Netz zu sehen
Bei den Landtagswahlen ist dieses Mal einiges neu, für die Schüler im Saal und vor den Live-Stream-Bildschirmen besonders interessant: Ab 16 Jahren dürfen sie wählen gehen, so wie bisher schon bei Kommunalwahlen. Aber: sich wählen lassen, das geht erst ab 18, wie bisher. Und: bei der Landtagswahl gibt es jetzt auch – wie bei der Bundestagswahl – eine Erststimme für den Direktkandidaten im Wahlkreis – und eine Zweitstimme für die Landesliste einer Partei. Wer die komplette Frage- und Diskussionsrunde in der Stadthalle noch einmal sehen will, inklusive der Diskussion, wer wie weit links oder rechts steht, kann dies hier tun: www.bit.ly/ltw26
Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von der NWZ zur Veröffentlichung bereitgestellt. Wir danken dem Redakteur Herrn Peter Buyer und der NWZ. Hier geht es zum Originalartikel.
