MöGy-Nacht der Demokratie
Am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit fand am Mörike-Gymnasium die „MöGy-Nacht der Demokratie“ statt. Zunächst erwartete das anwesende Publikum in der Alten Turnhalle ein Vortrag mit der Unternehmenserbin Stefanie Bremer, die sich bei taxmenow - Initiative für Steuergerechtigkeit e.V. engagiert. Im Anschluss fand in der Mensa ein spannendes Pub-Quiz rund um das Thema Demokratie statt, welches von Kreis Göppingen nazifrei e.V. organisiert wurde. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Bremer und Kreis Göppingen nazifrei e.V. für die gelungene Zusammenarbeit.
Über den Vortrag berichtete auch die NWZ in ihrer Ausgabe vom 05.10.2026:
Reiche Erbin will mehr Steuern zahlen
Die Unternehmenserbin Stefanie Bremer fordert als Vorstandsmitglied des Vereins „taxmenow“ die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und Vermögensbegrenzung für besonders Reiche.
Im Rahmen der Nacht der Demokratie am Mörike-Gymnasium (MöGy) sprach die Unternehmenserbin Stefanie Bremer zum Thema „Demokratie braucht Gerechtigkeit – Wie große Vermögen unsere Gesellschaft prägen“. Bei der Begrüßung sagte Schulleiterin Maria Rauhut, Schule sei unter anderem ein Ort, um zu lernen, unterschiedliche Positionen auszuhalten. Bremer, aus einer mittelständischen Unternehmerfamilie stammend und durch Schenkung reich geworden, sagte, ihr Großvater habe ein Patent entwickelt, aber sie spreche nicht für die Firma und nicht für die Familie.
Als Gründungsmitglied und Vorstand des Vereins „taxmenow“ sagte sie: „Ich finde Steuern megageil.“ Die Erbschafts- und Schenkungssteuer enthalte zu viele Ausnahmen, die nicht gerechtfertigt seien. Millionen- und Milliardenvermögen müssten begrenzt werden. Und es brauche die Wiedereinführung der Vermögenssteuer. Steuern generierten Einnahmen, sie steuerten Verhalten wie bei der Tabak- und Zuckersteuer und sie verteilten um. Sie garantierten jedoch kein gutes Haushalten, so Bremer. Die Einkommen seien in Deutschland einigermaßen ausgeglichen verteilt, die Vermögen jedoch nicht. Am oberen Ende seien sie unfassbar hoch. Zu den Vermögen sei die Datenlage schlecht; Bremer nannte dennoch Zahlen. Die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung besäßen rund 67 Prozent des Vermögens. 6 Prozent hätten keins und seien verschuldet und 14 Prozent kämen gerade mal so über die Runden.
Vermögensungleichheit entstehe durch Schenkung innerhalb der Familien und Steuern begünstigten Vermögende. Vermögen vermehre sich schneller als Einkommen und Löhne. Das habe nichts mit Leistungsgerechtigkeit zu tun. Vermögensungleichheit spiele zudem in Chancengleichheit hinein. „All das schadet dem Zusammenhalt und die Parlamente vertreten die Interessen der Vermögenden“, so Bremer. Sie wies auf Artikel 14 des Grundgesetz hin, wonach Eigentum verpflichte und eine Enteignung unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sei. Wenn man Vermögen besteuere, müsse man nicht im Sozialen kürzen. Im Anschluss an den Vortrag gab es eine Diskussion.
Gericht berät über Vermögenssteuer
Stefanie Bremer, 34, ist Erbin aus einer mittelständischen Unternehmerfamilie im Raum Stuttgart. Sie hat BWL studiert und ist selbstständige Nachhaltigkeitsmanagerin. Sie ist Gründungsmitglied des Vereins „taxomenow“. Dessen Ziel ist unter anderem eine Wiedereinführung der 1996 ausgesetzten Vermögenssteuer. Dazu wird auch eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erwartet.
Die Reihe „Denken ermöglichen“ ist eine Kooperation des MöGy, der VHS, der Evangelischen und Katholischen Erwachsenenbildung und des Weltladens Göppingen.
Dieser Artikel erschien in der Print-Ausgabe der NWZ am 05.10.2026. Wir bedanken uns recht herzlich bei der NWZ und Frau Annerose Fischer-Bucher für das Bereitstellen des Artikels für unsere Webseite.
Text (oben)/Bilder: Marius Pfleghar
Text (unten): Annerose Fischer-Bucher
Veröffentlicht: 13.10.2026
